Geschrieben von Roman Kupisch
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Die Polizeiinspektion Göttingen hat eine spezielle Ermittlungsgruppe gegen Telefontrickbetrüger eingerichtet. Die Ermittlungsgruppe unter dem Namen SäM befasst sich speziell mit Straftaten zum Nachteil älterer Menschen. Im Zuständigkeitsbereich der Polizeiinspektion Göttingen habe es im Jahr 2020 925 versuchte und 466 vollendete Betrugsdelikte dieser Art gegeben. Der Schaden habe über eine Millionen Euro betragen. Die Täter agierten meist aus dem Ausland und bedienten sich einer Reihe wiederkehrender Betrugsszenarien. Darunter zählen der bekannte Enkeltrick, zunehmend aber auch der falsche Polizeibeamte und der Shockanruf. So würden beispielsiwese die Angerufenen vermehrt aufgefordert für einen Verwandten eine Kaution zu zahlen, der wegen einer Straftat in Polizeigewahrsam sei. Neben der Verfolgung konkreter Taten setzt die Ermittlungsgruppe SäM vermehrt auf Prävention. Gerade dem Vortäuschen eines Behördenanrufs ließe sich mit einfachen Vorsichtsmaßnahmen begegnen. So gibt es nach Polizeiangaben im deutschen Strafrecht grundsätzlich keine Kaution. Ebenfalls gilt, dass Polizei, Gerichte und Staatsanwaltschaften in Deutschland persönliche Datenabfragen und die Besprechung finanzieller Belange niemals am Telefon durchführen. Hierfür dienen grundsätzlich vor Ort Termine. Eine präventive Verwahrung von Wertgegenständen ist ebenfalls kein Teil der Polizeiarbeit. Angerufene sollten sich zudem niemals vom Anrufer zur 110 durchstellen lassen, sondern ggf. auflegen und selber die 110 wählen.