Geschrieben von Roman Kupisch
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Der Wissenschaftsstandort Göttingen soll Anfang des kommenden Jahres mit einer Außenstelle der Fraunhofer-Gesellschaft ergänzt werden. Das gaben heute die Bundestagsabgeordneten Thomas Oppermann (SPD) und Fritz Güntzler (CDU) gemeinsam mit UMG-Vorstand Heyo Kroemer und den Wissenschaftlern Wolfgang Brück und Tobias Moser bekannt. In der Außenstelle „Translationale Neuroinflamation“ soll die Therapie sogenannter entzündlicher degenerativer Erkrankungen des Nervensystems verbessert werden. Zu solchen Erkrankungen zählen beispielsweise Multiple Sklerose, Alzheimer, Parkinson und Morbus Huntington. Oppermann und Güntzler haben die Gründung der Fraunhofer Außenstelle gemeinsam vorangetrieben. Sie wollen damit eine Minderung des Innovationsdefizits im Norden Deutschlands erreichen. Von insgesamt 60 Fraunhofer-Instituten sind bisher nur drei in Niedersachsen angesiedelt. Außerdem soll die medizinische Versorgung der Bevölkerung vor Ort verbessert werden. Der Standort Göttingen biete dafür ideale Voraussetzungen, erklärte Oppermann: „Das ist ein großer Schritt für Göttingen, wir schließen eine Lücke in der anwendungsorientierten Forschung. Jetzt kommt ein Fraunhofer-Institut im Medizinsektor, kombiniert mit einer anwendungsorientierten Einrichtung, die Forscher aus ganz Deutschland anlocken soll, um hier Therapeutika zu entwickeln. Dadurch kann in Göttingen ein neues Gründungsklima entstehen, das die Stadt bei dem riesigen Potential an Wissenschaftlern gut gebrauchen kann.“ Für den Aufbau der Fraunhofer-Außenstelle in Göttingen planen die Organisatoren eine fünfjährige Anschubfinanzierungsphase. Rund 27,8 Millionen Euro sollen dafür eingeworben werden, unter anderem beim Land Niedersachsen.