Tatortbegehung im Göttinger Steinwurfprozess
Im Prozess um den versuchten Mord an einer 27-jährigen Frau hat das Landgericht Göttingen heute den vermeintlichen Tatort aufgesucht. Im Rahmen einer Ortsbegehung begutachteten die Richter den Platz vor einem Supermarkt nahe der Göttinger Zietenterrassen. Dort soll der 29-jährige Angeklagte seiner Ex-Freundin einen rund zehn Kilogramm schweren Stein aufs Auto geworfen haben in der Absicht sie zu töten. Er verwechselte sein mutmaßliches Opfer jedoch mit ihrer Beifahrerin, die er nur knapp verfehlte. Die Richter sahen sich heute an, wo das Auto geparkt hat und ob es dem Angeklagten möglich gewesen wäre, aus der Entfernung der Anhöhe die beiden Frauen zu erkennen. Danach simulierten die Richter und der Verteidiger mit einem dem Tatwerkzeug ähnlichen Stein den Wurf. Sie wollten sehen, ob der Einschlag- und Abwurfort und das Gewicht des Steins zusammenpassen. Abschließend befragten sie beide Frauen zu den Lichtverhältnissen der Laternen auf dem Parkplatz am Tattag. Der Prozess wird am 17. Juni fortgeführt.